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Tanja Krämer
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Sie brauchen einen philosophischen Maßstab

Ein Gespräch mit dem Philosophen Michael Pauen

Am Montag startete in Berlin der 20. Deutsche Kongress für Philosophie. Eine der Sektionen der Tagung lautet: "Das kreative Gehirn". Hirnforschung und Philosophie - passt das zusammen? Ja, findet der Magdeburger Philosoph Michael Pauen.

spektrumdirekt:
Herr Professor Pauen, warum beschäftigt sich ein Philosoph mit Hirnforschung?

Michael Pauen:
Die Hirnforschung widmet sich zunehmend solchen Themen, die traditionell von der Philosophie bearbeitet worden sind: dem Bewusstsein, dem Selbstbewusstsein oder dem Problem der Willensfreiheit. Manchmal gehen Hirnforscher davon aus, dass sie diese Fragen besser beantworten können als wir, aber ich glaube, dass in Wirklichkeit eine Arbeitsteilung wichtig ist.

spektrumdirekt:
Und für welche Bereiche wäre dann die Philosophie zuständig?

Michael Pauen:
Philosophen klären, was wir eigentlich unter Begriffen wie Willensfreiheit oder Selbstbewusstsein verstehen. Welche Kriterien setzen wir hierfür an? Das sind Fragen, die Sie nicht empirisch ermitteln können. Aufgabe der Hirnforschung ist es hingegen, herauszufinden, ob die Menschen diese Kriterien erfüllen. Handeln die Menschen frei, und unter welchen Bedingungen tun sie das?

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27.09.2005