Bis zur eisfreien Arktis ist es nur eine Frage der Zeit
Der Anfang Februar herausgebrachte vierte Klimareport des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) liefert die aktuellen Prognosen zum globalen Klimawandel. Der Klimaforscher Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven erklärt, was wir von der Zukunft zu erwarten haben – und wie wir den Entwicklungen vielleicht noch entgegenwirken können.
Herr Professor Lemke, Sie haben als einer von über 500 Wissenschaftlern an dem aktuellen Klimabericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) mitgewirkt. Was ist die Kernaussage?
Bis zum Jahr 2100 wird sich die globale Temperatur sehr wahrscheinlich im Mittel um 1,8 bis 4 Grad Celsius erhöhen, je nachdem wie viel Kohlendioxid wir in Zukunft produzieren. Das verursacht Gletscherschmelzen, sodass der Meeresspiegel steigt. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts erwarten wir einen Anstieg um 18 bis 59 Zentimeter. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass extreme Wetterereignisse zunehmen werden: Stürme gewinnen an Intensität, Niederschläge fallen stärker aus.
Was verusacht den Klimawandel?
Die Erwärmung der letzten 40 Jahre lässt sich allein mit natürlichen Prozessen nicht erklären – wohl aber mit den Emissionen von Treibhausgasen durch den Menschen. Innerhalb von 250 Jahren haben wir den CO 2-Gehalt der Atmosphäre so stark verändert, wie es üblicherweise in einem Zeitraum zwischen einer Eiszeit und einer Warmzeit in 100 000 Jahren geschieht. Selbst wenn wir ab heute überhaupt kein Kohlendioxid mehr in die Atmosphäre pusten würden, hätten die aktuellen Emissionen noch solche Nachwirkungen, dass sich die Temperatur um ein weiteres halbes Grad erhöhen würde.
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